Gynäkologe muss Schmerzensgeld leisten bei unterlassenem Hinweis auf ein Mammographie-Screening

Uns liegt ein Urteil des OLG Hamm vom 12. August 2013 vor, in dem die Klägerin ihren Frauenarzt auf Schadensersatz verklagte, weil dieser bei früheren Untersuchungen nicht zu einem Mammografie-Screening geraten hatte – die Patientin aber ein Mammakarzinom erlitten hatte.

Diese Untersuchung ist eine Möglichkeit Brustkrebs früh zu erkennen.

Ein grober Behandlungsfehler liegt nach dem Gericht unter anderem dann vor, wenn der Arzt falsch oder nicht genügend berät.

In diesem Fall lag ein grober Behandlungsfehler vor, weil der Arzt zum einem die Beratung unterlassen hatte und zusätzlich noch Medikamente verordnet hatte, welche das Brustkrebsrisiko erhöhen können.

Die Klägerin hatte einen Schadenersatzanspruch geltend gemacht, weil bei ihr in ursächlichem Zusammenhang mit der fehlerhaften Behandlung eine Brustkrebserkrankung aufgetreten ist.

Der Arzt wurde vom Landgericht verurteil, Schmerzensgeld in Höhe von 20.000,-€ und einen Haushaltsführungsschaden in Höhe von 3.300,-€ zu zahlen. Der Haushaltsführungsschaden ist der Schaden, den eine Person dadurch erleidet, wenn wenn sie ihren Haushalt (oder der ganzen Familie) teilweise oder gar nicht mehr organisieren und reinigen kann.

Falls Sie Fragen haben, zu Ansprüchen bei Behandlungsfehlern, so rufen Sie uns an und vereinbaren einen Termin mit unserem Rostocker Büro.